Was empathisches Zuhören bedeutet

·

·

2–4 Minuten
Zwei leere Sessel in einem hellen Raum, dazwischen ein kleiner Holztisch mit einer dampfenden Tasse

Empathisches Zuhören bedeutet, dass dir jemand zuhört, ohne das Gehörte zu bewerten, zu deuten oder zu lösen. Der Zuhörer folgt deinem Thema und deinem Tempo, er stellt Fragen nur dort, wo sie dich weiterbringen, und er lässt stehen, was du sagst. Was dabei entsteht, ist ein Raum, in dem du einen Gedanken zu Ende bringen kannst.

Zuhören ist etwas anderes, als zu warten, bis man dran ist

In den meisten Gesprächen wechseln sich zwei Menschen beim Sprechen ab. Während der eine erzählt, sortiert der andere bereits, was er gleich beitragen wird. Das ist keine Unhöflichkeit, sondern die normale Form von Gesprächen, und sie funktioniert für die allermeisten Anlässe gut.

Für manche Anlässe funktioniert sie weniger gut. Wenn du etwas aussprechen möchtest, das noch keine Form hat, brauchst du Zeit, in der niemand den Faden übernimmt. Genau an dieser Stelle setzt empathisches Zuhören an. Es gibt dem Sprechenden die gesamte Länge des Gesprächs.

Woran du empathisches Zuhören erkennst

  • Dein Tempo gilt. Ein Satz darf hängen bleiben, bis er fertig ist. Pausen werden ausgehalten statt gefüllt.
  • Es wird nichts gedeutet. Was du erzählst, wird nicht übersetzt in eine Theorie über dich.
  • Fragen kommen sparsam. Eine Frage ist dann richtig, wenn sie dir hilft, weiterzudenken, und nicht, wenn sie den Zuhörer informiert.
  • Du bestimmst das Thema. Es gibt keine Liste, die abgearbeitet wird, und keinen Punkt, an dem das Gespräch hinwill.
  • Das Gesagte bleibt im Gespräch. Nichts davon taucht beim nächsten Familienessen wieder auf.

Der Unterschied zum Rat

Ein Rat ist eine Antwort auf eine Frage. Vieles von dem, was Menschen beschäftigt, ist aber noch gar keine Frage, sondern ein Zustand. Dafür gibt es keine Antwort, und ein gut gemeinter Vorschlag beendet das Gespräch oft genau in dem Moment, in dem es gerade erst anfängt.

Wer einen Rat möchte, bekommt ihn. Wer ihn nicht möchte, bekommt stattdessen Zeit. Diese Unterscheidung trifft der Sprechende, nicht der Zuhörer.

Wo empathisches Zuhören endet

Ein Zuhör-Gespräch ist ein Gespräch, keine Behandlung. Es stellt keine Diagnose, es verfolgt kein Therapieziel und es tritt nicht an die Stelle ärztlicher oder psychotherapeutischer Hilfe. Für Diagnose und Behandlung sind Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zuständig.

Diese Grenze ist kein Mangel, sondern der Grund, warum die Form so leicht zugänglich ist. Es gibt keine Anamnese, keinen Befund und keine Akte. Es gibt ein Gespräch, das mit dem Auflegen abgeschlossen ist.

Warum es wirkt, obwohl niemand etwas repariert

Vieles verändert sich bereits dadurch, dass es ausgesprochen wurde. Ein Gedanke, der monatelang im Kopf kreist, hat dort keine Kanten. Sobald er in Worten steht und jemand ihn gehört hat, bekommt er eine Form, eine Länge und ein Ende.

Was du erzählst, muss nirgendwo hinführen. Es reicht, dass es gesagt wurde.

Dazu kommt die Entlastung, dass das Gespräch folgenlos bleibt. Gegenüber Menschen, die in deinem Leben eine Rolle spielen, wägst du ab, was du sagen kannst, ohne etwas zu verändern. Gegenüber jemandem, der keine Rolle in deinem Leben hat, entfällt dieses Abwägen vollständig.

Wie ein Gespräch bei Dein Niemand aussieht

Du wählst eine Länge, buchst einen Termin und sprichst, am Telefon oder im Videocall, wie es dir lieber ist. Vorbereiten musst du nichts. Das Gespräch beginnt mit dem Satz, der dir als erstes einfällt, alles Weitere ergibt sich daraus. So läuft ein Gespräch beschreibt den Ablauf im Einzelnen.

Wenn du es ausprobieren möchtest: Hier kannst du einen Termin wählen, 20, 45 oder 60 Minuten, ab 29 € inkl. MwSt.

Wer hier schreibt

Avatar von Heiko Neubauer

Ein Gespräch bei Dein Niemand

Wenn beim Lesen etwas aufgetaucht ist, das du einmal aussprechen möchtest: Bei Dein Niemand bekommst du dafür einen Termin, am Telefon oder im Videocall. In der Regel ist innerhalb von 24 Stunden eine Zeit frei.

Weitere Themen